Eltern sollten auch Wut zeigen
Wohl alle Eltern kommen in der Erziehung ihren Kindern an Ihre Grenze.
Manchmal sei es besser, wenn Eltern ihre eigene Wut ausdrücken, statt sich zur
Gelassenheit zu zwingen. Das berichtet die in Hamburg erscheinende Zeitschrift
«Kinder». Demnach können Kinder Gefühlsausbrüche der Großen zum Teil
besser verstehen als eine falsche Beherrschtheit. Dies sei allerdings kein
Freibrief für Gewalt, warnt das Magazin: Erwachsene müssten immer Rücksicht
auf das viel schwächere Kind nehmen, das in seiner «Trotz-Klemme» fest sitze.
Der Zeitschrift zufolge ist es ein «verbreiteter Irrtum», dass das
Trotzkopfalter mit dem dritten Geburtstag ende. Die Ausläufer könnten sich bis
in die Schulzeit hinein erstrecken. Auslöser der Trotzphase sei das notwendige
Bemühen des Kindes, sich aus der engen Bindung an die Mutter zu lösen. Das
Magazin rät gestressten Eltern, auch eigene Fehler zuzugeben - etwa dann, wenn
sich erweist, dass die Einhaltung von Regeln gar nicht notwendig ist.
Grundsätzlich sollten Eltern ihre Ge- und Verbote gut - d.h. konkret -
begründen, damit das Kind ihren Sinn erkennen kann. Befehle und sinnlose
Machtkämpfe sollten vermieden werden. Stattdessen ist die konkrete Ansprache
der Kinder sehr wirkungsvoll. Dabei erzeugen die Eltern die Aufmerksamkeit der
Kinder durch das aussprechen des Namens. Erst nachdem das Kind den (Blick-)
Kontakt aufgenommen hat, sprechen die Eltern eine Anweisung aus. Manchmal könne
ein beginnender Wutausbruch auch durch Humor oder Ablenkung verhindert werden.
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